Caritashaus St. Josef
Leipziger Straße 39
15232 Frankfurt (Oder)
Erdgeschoss
Telefon: 0335 / 56 54 140
Telefax: 0335 / 56 54 100
E-Mail:
ffo-asb@caritas-brandenburg-ost.de
Der Gemeinschaft Raum geben - Unser CARIsaal

Von einer Seite bis zur andern leuchtet der Regenbogen – ein altes und immer wieder neues Sinnbild der Verbundenheit.
Er war Ballsaal, Gaststätte, Gottesdienstraum - seit 1996 das Altenpflegeheim aus dem Haus Leipziger Straße 39 ins neue Seniorenzentrum, Prager Straße 18a zog, stand der 208 Quadratmeter große, sieben Meter hohe Saal direkt an unserem Caritashaus leer.
Mehr als hundertzwanzig Leuten bietet er Platz.
2007 errang der Saal dank der TV-Sendung des RBB, 96 Stunden, sogar überregionale Bedeutung. Engagierte Unternehmen sowie zahlreiche freiwillige Helfer beteiligten sich an den umfangreichen Umbauten mit dem Ziel der Schaffung eines Familientreffs für Frankfurt (Oder). Nach Abschluss der Sanierung Anfang 2009 wurde er seiner Bestimmung übergeben.
Seither finden Veranstaltungen für Familien, Arbeitslose oder Senioren statt, organisiert vom Freiwilligenzentrum oder anderen
Diensten unseres Hauses.
Seit nunmehr 11 Jahren wird am Nachmittag des Heilig Abend für Einzelne und Familien die Weihnachtsfeier von Carisatt organisiert, mit Feiern, Gesprächen, Singen und Gemeinsamkeit bei Kaffee und Gebäck - im vergangenen Jahr 2011 mit 132 Teilnehmern.
Regelmäßig treffen sich zudem Tanz- und Seniorengruppe.
Der Saal bietet zudem genügend Kapazitäten als Begegnungsraum, für Arbeitskreise, Vereine, Verbände oder Unternehmen in unserer Stadt.
Wenn Sie für Ihre Gruppe oder Ihr Unternehmen einen Raum für Veranstaltungen oder Feierlichkeiten suchen, melden Sie sich bitte in unserem Haus. Telefon 0335 56 54 140.
Zur Geschichte des Saales
Fast 140 Jahre ist unser Haus und der große Saal ein Ort der menschlichen Begegnung und des Feierns. Im Stadtarchiv Frankfurt (Oder) gefundene Pläne für eine erste Bebauung stammen aus dem Jahr 1875: »Zeichnung betref(f)s Erbauung eines Wohnhauses; zwei Stock massiv mit Ziegeldach, eines Tanz.Saales nebst Zubehörs Kam(m)er, 1 Stock massiv mit Pappdach auf dem Grundstücke des Maurers und Eigenthümers Raetzel, in der Leipziger Strasse belegen. In Abzweigung begriffen vom Grundstücke der Frau Raetzel, im Grundbuche No. 114 verzeichnet.«
aus dem Stadtarchiv Frankfurt (Oder)
Die Gesamtbebauung ist unter der Bezeichnung „Gastwirtschaft Wilhelmslust“ erstmalig im Frankfurter Stadt-Adressbuch von 1882 erwähnt. Der Begriff „Ballhaus“ war seit 1904 gebräuchlich. Demnach war unser Saal von Beginn an als Tanz- bzw. Ballsaal konzipiert. Dazu bestanden zu dieser Zeit im Objekt ein Lichtspieltheater, von welchem bei Umbauten vor Jahren noch Eintrittskarten gefunden wurden sowie eine Kegelbahn - im nebenstehenden Wohnhaus, unserem heutigen Caritashaus, Mietwohnungen und eine Bäckerei.
Eine Postkarte »Gruss aus dem Ballhaus Wilhelmslust« stammt aus der Zeit um die Jahrhundertwende.
Ein Grundbucheintrag vom 30. März 1921 zeugt vom Kauf der Immobilien Leipziger Straße 39 - Ballsaal, Wohnhaus und Nebengelass - durch die Gründerin und Generaloberin des Karmelitinnenordens, Schwester Maria Tauscher, aus Charlottenburg bei Berlin.
Foto, Privatbesitz
Dort, wo noch zuvor das Orchester gespielt hatte, entstand der neue Altarraum mit einem Hochaltar ausgestattet. Nunmehr existierten im St. Josefheim ein Kinderheim und, seit den 1940er Jahren, eine Kindergartengruppe.
Mitte der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde das Ballhaus zu einem Gottesdienstraum für Ordensschwestern sowie die nebenan neu entstandenen Einrichtungen des St. Josefheimes - „Kinderhort und Bewahrschule“, die von den Ordensschwestern geleitet wurden, umgestaltet.
1958 entstand parallel dazu ein Altenheim, welches bis zum Umzug 1996 in das neue Seniorenzentrum „Albert Hirsch" in das Hansa-Viertel in Frankfurt, Prager Straße, ebenso in der Leipziger Straße 39 untergebracht war.
Foto, Privatbesitz
In den sechziger Jahren wurde die Kapelle des St. Josefheimes nochmals umgestaltet. Der Hochaltar war durch einen schlichten Steinaltar ersetzt worden. Die aus der Ballhauszeit stammenden und noch in Betrieb befindlichen 18-flammigen Gaskronleuchter waren entfernt und durch elektrische Hängelampen ersetzt worden. Stuckornamente an Decke und Wänden waren, wie die Leuchter, als „Staubfänger“ beseitigt worden. Lediglich an den Decken-/ Wandübergängen blieben diese bis heute erhalten.
Das Kinderheim bestand noch bis 1972, allerdings seit Mitte der fünfziger Jahre nur noch mit einer Gruppe.
Die Ordensschwestern verließen Frankfurt (Oder) 1978.
Mit der Umsetzung der Beschlüsse des 2. Vatikanischen Konzils (1962-1965) mit seinen Auswirkungen auch auf die Gottesdienstgestaltung wurde ein neuerlicher Umbau der Kapelle mit neuer Raumgestaltung Anfang der 1970ger Jahre erforderlich. Der alte Altarraum mit dem Rundbogen wurde zugesetzt und ist heute nicht mehr erhalten.
Foto von der Orgelempore aus entstanden. Privatbesitz
Einige Meter rechts davon entstand eine erhobene Altarinsel. Ferner wurde in dieser Zeit die Außenfensterfront mit Glassteinen mit der Darstellung des leuchtenden Regenbogens neu gestaltet.
Seit 1996 diente die über 200 Quadratmeter große Kapelle unmittelbar angrenzend an unser Caritashaus als Abstellraum und fristete ein unwürdiges Dasein.
Nach 2002 konkretisierten sich Überlegungen für eine Nutzung der alten Kapelle. Sie wurde nach mehreren Anläufen beräumt - Anlass zur Hoffnung.
Im Januar und Februar 2003 erfolgte der Abriss der Orgelempore und von April bis September d. J. die Entfernung von Dielen und Fußbodenfliesen bzw. -platten. Im September 2005 konnte ein neuer Betonunterbau im Fußbodenbereich eingebracht werden.
Einem „Geschenk des Himmels“ gleich kam Ende 2006 das Aufgreifen der Pläne eines Familienzentrums für Frankfurt (Oder) als neue Aktion der TV-Sendung des RBB, 96 Stunden, in Zusammenarbeit mit zibb und Antenne Brandenburg. Die Absicht bestand, die alte Josef-Kapelle des ehemaligen Alten- und Pflegeheims in einen Familientreff umzuwandeln. Binnen 96 Stunden sollte mit Hilfe der zibb-Zuschauer und Antenne-Brandenburg-Hörer daraus ein Veranstaltungsraum werden, kostenlos zugänglich für all jene Frankfurter, die sonst oft allein gelassen sind.
Die Aktion startete am 19. Februar 2007 und wurde ein voller Erfolg. Viele Engagierte aus Frankfurt und Umgebung - Privatleute, Firmen, Auszubildende - halfen, die Basis für einen Familientreff zu schaffen. Baumaterial, Tische und Stühle wurden gespendet, freiwillige Arbeit geleistet - Schweißbahn, Isolation, Fußbodenheizung verlegt, Estrich und Teer gegossen, Wände verspachtelt und gestrichen. Viele spendeten Spielzeug für das Familienzentrum oder kümmerten sich darum, dass alle Beteiligten versorgt waren. Die beteiligten Medien begleiteten die Aktion, die in der vorgegebenen Frist abgeschlossen werden konnte.
Im Laufe des Jahres wurden noch Innenfenster montiert, Fensterbänke erneuert, Fußbodenfließen gelegt und Wandvorhänge zur Verbesserung der Akustik angebracht.
Heute steht ein sehr interessanter, gut ausgestalteter Raum mit einer ganz eigenen Ästhetik und Elementen aus seiner langen Geschichte zur Verfügung.
